Zweifachmama

Leben mit zwei Kindern. Wie genau werde ich mich als Zweifachmama organisieren müssen? Wird mein Leben tatsächlich deutlich anstrengender wenn ich dann zwei Kinder habe? Was mache ich wenn beide Kinder gleichzeitig heulen? So oder so ähnliche Fragen habe ich mir damals gestellt als mein Test positiv anzeigte. Nun bin ich mehr als 6 Monate Zweifachmama und habe dazu bereits ein kleines Resüme gezogen. Hier folgen jetzt ein paar Tipps von anderen Mamas , die zwei Kinder haben. Ich habe diese Mamabloggerinnen angeschrieben und mit meinen Fragen bombadiert. Lies selber welche Erfahrungen die Zweifachmamas uns mit auf dem Weg geben.

Und vorab darf ich verraten ,falls du gerade überlegst : Nur Mut zum zweiten Kind!

Britta von Blog Frau Freigeist

Die liebe Britta bloggt als Frau Freigeist über die Themen Achtsamkeit und Selbstliebe. Sie selber wurde 2019 zum zweiten Mal Mutter. Hier ihre Antworten zu meinen Fragen:

  1. Wie gross ist der Abstand zwischen deinen Kindern und wie alt sind sie derzeit? Meine Kinder sind 3,5 Jahre auseinander. 
  2. Bist du zufrieden mit dem Altersabstand ? Für uns ist der Abstand genau richtig. Die Große ist schon sehr verständig und selbständig genug, um sich kurz selbst zu beschäftigen oder abzuwarten, wenn ich mit der Kleinen beschäftigt bin (wickeln, füttern etc.). Außerdem kann ich die Große schon gut mit einbeziehen. Sie kann mir helfen, die Windel reichen, die Kleine besaßen usw. 
  3. Wie war die Umstellung von 1 auf 2 Kinder für dich? Die Umstellung von ein auf zwei Kinder war schon eine Herausforderung! Eins bräuchte immer was und die Zeit zu verschnaufen war echt knapp. Und das, obwohl die Kleine wirklich ein ziemlich unkompliziertes Baby war. 
  4. Wie war dein Wochenbett beim zweiten Kind? Das Wochenbett war dementsprechend weniger ruhig als beim ersten Kind. Mein Mann hat sich aber viel mit der Großen beschäftigt, damit ich mich mit der Kleinen und dem Stillen eingrooven konnte. Und so hatte ich tatsächlich auch etwas Zeit zum Kraft tanken nach der Geburt. 
  5. Was hat sich seit dem 2. Kind gravierend in deinem Alltag verändert ? Der Alltag mit dem zweiten Kind ist einfach viel mehr durchgetaktet als beim ersten. Während ich bei Kind 1 einfach in den Tag reinleben und alles nach dem Baby richten konnte, ist jetzt alles anders. Die Große muss in die KiTa gebracht und abgeholt werden, ganz egal, ob die Kleine gerade erst eingeschlafen ist oder die Nacht mies war. Die Kleine muss sich viel mehr einfügen. Das tut mir immer ein bisschen leid, aber das ist wohl auch das los der zweiten Kinder… 
  6. Was ist mit zwei Kindern einfacher geworden ? Auch wenn die Kleine erst ein Jahr alt ist, klappt es doch schon immer wieder, dass die beiden eine Weile zusammen in ihrem Zimmer spielen. Sie haben sich und ich werde als Spielpartner weniger gebraucht und kann mich auch mal anderen Dingen zuwenden. 
  7. Welche Entscheidungshilfe würdest du einer Mama, die unsicher ist ob sie ein zweites Kind bekommen soll oder nicht , geben ? Auch wenn es anstrengend ist im ersten Jahr: Zu sehen, wie die Kinder gemeinsam aufwachsen, sich haben und voneinander lernen können ist wirklich eine Bereicherung. Aber die Belastung am Anfang,der Schlafmangel und wenig Me-Time können sehr belastend sein. Man muss sich schon überlegen,ob man das schaffen kann und will. 
  8. Tipps um zwei Kinder alleine ins Bett zu bringen ? Oh je, da habe ich weniger gute Tipps, denn ich bin heilfroh, dass mein Mann immer eins ins Bett bringt. Aber wenn ich es doch mal alleine wuppen muss, dann entweder mit beiden im Familienbett oder erst die Kleine ins Bett bringen während die Große noch spielt und dann die Große. 
  9. Zwei Kinder ohne Unterstützung seitens der Familie – Wahnsinn oder machbar? Wir sind tatsächlich in der Situation,dass unsere Familien am anderen Ende Deutschlands leben uns somit komplett auf uns allein gestellt sind. Es ist machbar, aber trotzdem Wahnsinn . Unsere Kinder sind halt überall dabei. Beim Baumarktbesuch genauso wie beim Essengehen. Beim Einkauf wie bei Geburtstagseinladungen. Und gibt es nur im Viererpack. Wenn wir doch mal einen Termin haben, der ohne Kinder entspannter wäre, dann macht das einer von uns alleine. Aber wir haben inzwischen auch ein kleines Netzwerk von Freunden, die mal aushelfen, mal die Große nach der KiTa mitnehmen oder so. Das ist hilfreich und sehr empfehlenswert. 
  10. Ist es deiner Meinung nach( unter anderen auch )eine Frage des Geldes mehr als ein Kind zu bekommen ? Natürlich steigen mit jedem weiteren Kind die Kosten und Ausgaben. In dem ersten Jahren vielleicht noch nicht so weil wir zum Beispiel alles aufgehoben haben und für die Kleine bisher eigentlich noch fast nichts anschaffen mussten. Später,wenn die Kinder größer werden sieht das schon wieder anders aus: 2x Kita-Gebühren, Urlaub kostet mehr, Schulmaterial für zwei statt ein Kind etc. Aber hier kann man zum Beispiel auch viel durch sparen, wenn man etwas geschickt plant. 

Hanna vom Blog Rubbelbatz

Auf ihrem Lifestyle-Family Blog Rubbelbatz schreibt Hanna über Erlebnisse, Gedanken und den Familienalltag. Gleichzeitig trifft die Zweifachmama mit ihren Ratgeberbeiträgen den Nerv von vielen Eltern wo sie viele, zumindest für mich, interessante Themen behandelt. Hanna hat das gemacht, was ich immer bewundere und nie mutig genug für war : Eine lange lange Elternzeitreise in Asien. Sehr cool!

  1. Wie gross ist der Abstand zwischen deinen Kindern und wie alt sind sie derzeit? Meine Söhne sind jetzt 1 und 5. Sie sind fast 4 Jahre auseinander (3 Jahre und 11 Monate). 
  2. Bist du zufrieden mit dem Altersabstand ? Anfangs war ich sehr unzufrieden. Ich hatte mir immer einen 2-Jahres-Abstand vorgestellt. Doch vorher waren wir einfach noch nicht so weit. Das Leben mit dem Großen war anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte. Und wir waren ja auch noch einige Zeit in Südostasien unterwegs…Je älter die beiden werden, desto zufriedener bin ich. Entgegen meiner Erwartung können die beiden durchaus etwas miteinander anfangen. Weil der Große schon 5 ist, können wir uns gemeinsam darüber freuen, wenn der Kleine etwas neues lernt oder einfach nur unfassbar süß ist.

3. Wie war die Umstellung von 1 auf 2 Kinder für dich? Einige Wochen, vielleicht sogar Monate, war es wirklich hart. Ich hatte das Gefühl, überhaupt nichts unter Kontrolle zu haben und völlig den Überblick über unser Leben zu verlieren. Wir haben uns gefühlt von Tag zu Tag gerettet und das, obwohl wir die Unterstützung meiner Eltern hatten und mein Mann von zu Hause aus und ohne feste Arbeitszeiten arbeitet. 

4. Wie war dein Wochenbett beim zweiten Kind? Das Wochenbett war, im Vergleich zum ersten, einfach wundervoll. Mir ging es gut, die Hormone taten, was sie tun sollten und ich war so verliebt in meine Kinder, den Großen wie den Kleinen. Meine Mama übernahm beinahe alle Aufgaben im Haushalt und ich weil Sommer war, war alles unkompliziert und leicht. 

5.Was hat sich seit dem 2. Kind gravierend in deinem Alltag verändert ? Das Offensichtlichste ist, dass ich jetzt nur noch Pause habe, wenn der Kleine schläft. Vorher war der Große vormittags im Kindergarten und ich konnte die Zeit nutzen, wie ich wollte. 

Gefühlt hat sich vor allem die Beziehung zu meinem großen Sohn verändert. Vorher war er der Mittelpunkt meines Alltags. Jetzt gibt es keinen richtigen Mittelpunkt mehr, sondern wir wurschteln uns irgendwie so durch, dass es für alle einigermaßen passt. Mir fehlt vor allem die Zeit, die ich nur mit ihm verbracht habe. 

6. Was ist mit zwei Kindern einfacher geworden ? Das hört sich vielleicht doof an, aber gefühlt ist das Leben mit zwei Kindern für mich einfacher, als mit einem. Nach einer anfänglichen, seeeeehr langen Phase der Entthronung (die fing ungefähr nach dem Wochenbett an) hat mein Großer viel an Rücksichtnahe und Fürsorge für den Kleinen an den Tag gelegt. Irgendwie ist unser Tag nun viel strukturierter und sinnvoller. Außerdem beschäftigt sich der Große auch mal selbst oder mit dem Kleinen, was vorher eher selten war. 

7. Welche Entscheidungshilfe würdest du einer Mama, die unsicher ist ob sie ein zweites Kind bekommen soll oder nicht , geben ? Wenn jemand zweifelt, ob er ein zweites Kind möchte, dann hat das verschiedene Ursachen. Wenn es daran liegt, dass einfach kein weiterer Kinderwunsch da ist, würde ich es dabei belassen. Wenn es aber mit dem ersten Kind zu tun hat, habe ich die abgedroschene Phrase zu bieten, die ich so oft hören musste: Das zweite Kind wird ganz anders. 

8. Tipps um zwei Kinder alleine ins Bett zu bringen ? Da die Einschlafrituale und Bedürfnisse von Kindern so weit auseinander gehen, ist es wirklich schwierig, da viele Tipps zu geben. Was für mich wichtig ist: Früh genug anfangen. Zwei übermüdete, weinende Kinder, da komm ich schnell an meine Grenzen. 

9. Zwei Kinder ohne Unterstützung seitens der Familie – Wahnsinn oder machbar? Ich würde sagen, das kommt total auf die Kinder und auf den Altersabstand an. Ich denke, Kinder ohne Unterstützung ist immer irre anstrengend und überlastend. Dafür ist der Mensch nicht gemacht. Trotzdem schaffen es Frauen immer wieder. Davor habe ich größten Respekt und ich würde gerne sagen, “Das würde ich nie schaffen.” Aber meine Erfahrung ist folgende: Wenn es sein muss, schaffen Mütter alles. 

10. Ist es deiner Meinung nach( unter anderen auch )eine Frage des Geldes mehr als ein Kind zu bekommen ? Nein. Wenn man es richtig macht, kosten Kinder nicht wirklich viel Geld. Wenn man natürlich alles neu kaufen will und immer auf dem neuesten Stand der Technik sein muss, wird es schnell zur Geldfrage. 

Kati von Kuchen ,Kind und Kegel

Auf Kuchen,Kind und Kegel schreibt Kati überwiegend über Ausflüge und Reisen mit Kindern. Außerdem gibts auf ihrem Blog leckere Familienrezepte und Einsicht in ihren wöchentlichen Familienspeiseplan zur Inspiration und zum nachmachen.

  1. Wie gross ist der Abstand zwischen deinen Kindern und wie alt sind sie derzeit? Meine Kinder, ein Mädchen und ein Junge, wurden im Abstand von 15 Monaten geboren, sie sind heute (fast) 8 und 6 Jahre alt.
  2. Bist du zufrieden mit dem Altersabstand ? Es gibt immer gute und schlechte Seiten. Sie spielen sehr viel miteinander, da die Interessen noch sehr ählich sind, ABER: sie streiten auch sehr viel. Das ist aber normal und war bei mir und meiner Schwester nicht anders, und das obwohl uns 5 Jahre trennen.
  3. Wie war die Umstellung von 1 auf 2 Kinder für dich? Rückblickend betrachtet war mein Sohn ein pflegeleichtes Baby, er schlief viel und gerne, er beschäftigte sich von Anfang an eher alleine und brauchte keinen Animateur, dadurch hatte ich viel Zeit für meine Tochter, die das aber auch einforderte. Dennoch war es hart plötzlich zwei Windelkinder zu haben, beiden gleichermaßen Gerecht zu werden, war schier unmöglich, so zumindest mein Gefühl. Heute weiß ich, dass ich alles gegeben habe und keins meiner Kinder zu kurz kam.
  4. Wie war dein Wochenbett beim zweiten Kind?

Was ist das Wochenbett? 😉
Mein Sohn war ein Frühchen, da ich bereits ein Kind hatte, bekamen wir über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe. Dieser Engel sorgte dafür, dass ich mich zwischendurch mal hinlegen konnte und so zumindest etwas entspannen konnte. Aber es ist, wie es ist. Das größere Kind fordert auch Aufmerksamkeit von Mama. Das Verständnis, warum Mama da jetzt rumliegt, war bei meiner 15 Monate alten Tochter nicht da! Wie denn auch?

5. Was hat sich seit dem 2. Kind gravierend in deinem Alltag verändert ? Plötzlich sind da zwei Menschen, die auf einen angewiesen sind! Beide haben ihre Bedürfnisse und die gilt es zu befriedigen. Ich habe mir manchmal deutlich mehr Hände gewünscht um all das zu schaffen. Aber wie heißt es so schön: “Man wächst mit seinen Aufgaben!” 

6. Was ist mit zwei Kindern einfacher geworden ? Als mein Sohn sitzen konnte wurde es einfacher. Meine Tochter hatte plötzlich einen Spielkameraden und das war oftmals meine Rettung. So konnte ich kurz mal meinen Haushalt schmeißen, etwas kochen oder auch mal meinen kalten Kaffee austrinken. 

7. Welche Entscheidungshilfe würdest du einer Mama, die unsicher ist ob sie ein zweites Kind bekommen soll oder nicht , geben ? 

Bei uns herrscht klare Trennung, meine Tochter war schon immer ein Papakind und ich tatsächlich oftmals enttäuscht und auch eifersüchtig. Kaum war mein Mann zu Hause, war ich abgeschrieben, dass war von Anfang an so. Mein Sohn ist ein Mamakind, was mir unheimlich gut tut. Beide sind so unterschiedlich obwohl sie die gleichen Eltern haben, dass ist echt faszinierend. 
Wenn wir Eltern mal nicht mehr da sind, werden sie immer noch einander haben. Sie haben jemanden zum spielen und jemanden mit dem sie Sozialkompetenzen üben können, obwohl das für Eltern nicht immer einfach ist. Jetzt sind beide in der Schule und stehen sich bei oder beschützen sich gegenseitig. Das mitzuerleben ist echt schön.
Wenn beide Kinder in meinen Armen liegen und sich an mich kuscheln, könnte mein Glück nicht größer sein!

8. Tipps um zwei Kinder alleine ins Bett zu bringen ? 

Augen zu und durch! Natürlich gibt diese schwierigen Abende, keine Frage! Diese Abende, an denen ich neben meiner Tochter am Bettrand saß und ihre Hand hielt, während Christian im Tragetuch schlief. 
Doch es gibt auch diese Tage, an denen man beide ins Bett bringt und sie einfach einschlafen.
Ein Ritual hilft sehr gut. Ein Spaziergang am Nachmittag oder frühen Abend, ein gemeinsames Abendessen, ein warmes Bad, dann eine Gute Nacht Geschichte und ab ins Bett. 
Das klappt nicht immer, aber es hilft, den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

9.Zwei Kinder ohne Unterstützung seitens der Familie – Wahnsinn oder machbar? Nur weil ich keine Unterstützung habe, ändere ich nicht meine Pläne. Auch ohne Unterstützung seitens der Familie ist es machbar. Mann muss sich vielleicht mit einigen Dingen arangieren und ganz sicher, sehr viel an eigener Freizeit zurückstecken. Doch das ist nicht auf Dauer! Kinder wachsen, werden älter und immer selbständiger, wenn man sie lässt! So gewinne auch ich, Tag für Tag etwas mehr meiner persönlicher Freizeit wieder zurück.

10. Ist es deiner Meinung nach( unter anderen auch )eine Frage des Geldes mehr als ein Kind zu bekommen ? 

Das sollte es nicht sein und doch ist es heutzutage oft so. Ich wollte schon immer zwei Kinder, doch hätte ich den Wunsch nach einem dritten, müsste ich mich schon zuerst fragen:
Kann ich mir das größere Auto leisten?
Ist eine größere Wohnung drin?
Kann ich nach der Elternzeit normal weiterarbeiten?
Gibt es genügend Betreuungsplätze in der Umgebung?
usw.
Die Entscheidung ob man zwei Kinder bekommt, oder gar überhaupt Kinder bekommt, trifft am Ende doch eher das Herz. Ganz ausschalten kann man den Kopf aber bestimmt nicht, was ich aber auch überhaupt nicht schlimm finde.

Vielen Dank an die drei Mamas, die sich die Zeit genommen haben meine Fragen zu beantworten.