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Dieser Artikel ersetzt keine qualifizierte Anlageberatung und fasst lediglich meine Erfahrungen und Kenntnisse zusammen. Die genannten Produkte stellen keine Handlungs- oder Kaufempfehlung dar .

Nicht nur wir Eltern , sondern auch viele Omas und Opas oder Paten möchten gerne für das Kind sparen . Es ist eine tolle Idee bereits nach der Geburt das Sparen für das Kind zu beginnen . Je mehr Zeit man hat umso einfacher kann man mit kleinen Beiträgen eine ordentliche Summe beiseite legen . Oft soll diese dann zum 18. Geburtstag dem Kind übergeben werden . Natürlich kann man auch andere Ereignisse wählen wie zum Beispiel Führerschein , Studium oder erste eigene Wohnung . Fakt ist das es Kinder später mit etwas Startkapital in die Erwachsenenwelt deutlich einfacher haben . Es lässt sich zb beruhigter Studieren wenn man nicht noch nebenbei einen Minijob ausüben muss um die Studiengebühr zu bezahlen . Hätte ich damals genug Geld bekommen um eine Auszeit im Ausland zu nehmen hätte ich mich wahnsinnig gefreut . Aber mein Weg war eher klassisch , fast schon spiessig . Abitur , Ausbildung , fester Arbeitsvertrag bis heute . Leider war kein Geld da für einen mehrmonatigen Auslandstrip. Daher spare ich für meine Kinder ab Geburt , damit diese sich ihre Wünsche später finanzieren können .

Leider haben sich die Zeiten am Finanzmarkt geändert . Daher möchte ich dir gerne einfach und verständlich verraten, wie wir denn nun die Sparbeiträge für unsere Tochter und bald auch Sohn anlegen und warum das ursprüngliche klassische Sparbuch die verkehrte Wahl ist !

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Warum haben Sparbuch und Bausparvertrag ausgedient ?

Früher war es einfach so üblich . Die Oma eröffnete einen Bausparvertrag für die Enkel. Mama und Papa packten Geburtstagsgeld und Weihnachtsgeld auf das Sparbuch . Fertig .

Mittlerweile sollte es bei jedermann angekommen sein , dass es keine Zinsen mehr gibt . Und genau da ist der Knackpunkt .

Wenn du das Geld für dein Kind zu 0% Zinsen über ca 15-20 Jahre anlegst hat die Inflation einiges an Kaufkraft weggefressen.

Inflation ist zum Beispiel die Steigerung der Miete , die Erhöhung der Strompreise , früher hat die Butter 79 Cent gekostet und heute 1,29€ und in 10 Jahren wird sie vielleicht 2,50€ kosten . Zum Glück steigt dein Gehalt ja auch etwas mit den Jahren um diese Teuerung ( Inflationsrate auch Teuerungsrate) ein wenig auszugleichen .

Wenn dein Kind aber keine Zinsen auf das Ersparte bekommt wird es sich deutlich weniger bis gar nix dann leisten können wenn das Geld dann ausgezahlt wird . Vielleicht nicht mals einen billigen Kleinwagen . Will man das ?

Diesem Risiko der Geldentwertung solltest du dir bewusst sein . Oder halt der Oma bewusst machen .

Bausparen ist oldschool

Früher wars auch üblich einen Bausparvertrag für das Kind abzuschließen . Neben stattlichen Zinsen auf dem Baussparkonto gab es ( und gibt es immer noch ) ab 16 Jahren die Wohnungsbauprämie .

Ja die stattlichen Zinsen bewegen sich auch beim Bausparvertrag gegen 0% und obendrein hat man oft am Ende sogar auf dem Kontoauszug weniger Geld als man eingezahlt hat . Dank der Abschlussgebühren und jährlichen Kosten muss man gar nicht erst mehr mit Inflation argumentieren .

Meine Erfahrung hat mir aber gezeigt , dass immer noch viele Eltern und Großeltern auf diese Anlageformen setzten . Warum ?!

[su_note note_color="#FFFF66" text_color="#333333" radius="3" class="" id=""]Sparen bei 0% Zinsen ist Geldvernichtung[/su_note]

Hosen runter – so sparen wir für unser Kind

2 Monate nach der Geburt von Littleone habe ich bei meiner Hausbank ein mitwachsendes Girokonto eröffnet . Natürlich musste der Papa mitkommen und neben der Geburtsurkunde und unseren Ausweisen benötigte die Bank auch noch LittleOnes Steuer ID .

Das Girokonto wird mit 0,5% verzinst – also mit NIX . Auf diesem Konto zahlen wir Geburtstagsgeld , Weihnachtsgeld , Taufgeld etc ein . Einfach um das Geld gut geparkt zu haben .

Monatliches Sparen

Für den Vermögensaufbau haben wir ein Juniordepot eröffnet . Hier besparen wir monatlich 30€ in einen physischen ETF MSCI World.

Ok ok so viele Fachbegriffe und was ist das eigentlich .

Kurz dargestellt : es handelt sich um einen Fonds der nicht gemanagt wird , sondern sich an einen Index richtet . Demnach hat dieser Fonds wenig Kosten .

Bei Justetf wird es nochmal gut erklärt was ein ETF ist

Grob erklärt : wir investieren das Geld breit gestreut an der Börse !

Zuzügliche Investitionen

Wenn auf dem mitwachsenden Girokonto eine bestimmte Summe angehäuft ist investieren wir das Geld . LittleOne hat 2 Anteile an einer Genossenschaft die 4% Dividende jährlich auszahlt .

Außerdem haben wir ihr CocaCola Aktien ins Depot dazugekauft. Jetzt kann man sich streiten ob Coca Cola die richtige Anlageart ist . Das entscheidet ja jeder selber . Coca Cola erschien uns attraktiv da es ein renommiertes weltweit aufgestelltes Unternehmen ist mit äußerst hohen Bekanntheitsgrad und ganz guten Image . Außerdem schüttet Coca Cola vierteljährlich einen Teil des Gewinns aus ( Dividende) .

Jegliche Zinsen ( welche ?) Und Dividenden reinvestieren wir wieder .

Zusammengefasst: klassisches Girokonto als Sammelstelle, ETF Sparplan mit einem kleinen Beitrag, Einzelinvestitionen in Genossenschaftsanteile und Aktien und letztendlich Reinvestition der Erträge

[su_note note_color="#FFFF66" text_color="#333333" radius="3" class="" id=""]Jede Geldanlage, ob Sparbuch oder Fonds oder andere Geldanlagemöglichkeiten hat ein Anlagerisiko. Beim Sparbuch ist es die Inflation und dadurch die Geldentwertung.Das Sparbuch wiegt uns in "gefühlte Sicherheit". Beim Fonds sind es die Währungsrisiken, Länderrisiken, politische Risiken usw. [/su_note]

Wie sparst du für dein Kind? Legst du monatlich was zurück? Oder unregelmäßig? Welche Anlageform hast du gewählt?

Für mehr Inspirationen hier meine zwei Lieblings Finanzblogs :

Nico von Finanzglück ist selber Familienvater und bloggt seit längerem über Themen wie : was kosten Kinder ?“ oder „ Eigenheim statt Miete „

Tim Schäfer ist deutscher Journalist und lebt finanziell frei in New York City . Er lebt sehr minimalistisch und predigt in seinen täglichen Blogbeiträgen weniger zu konsumieren und lieber in ETFs zu sparen .