Kaiserschnitt Abauf Tipps
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Bei einem Kaiserschnitt unterscheidet man zuerst mal vom sekundären ( Kaiserschnitt zb nach Geburtsstillstand, wenn sich unter der Geburt rausgestellt hat, dass eine Schnittentbindung nun sicherer wäre für das Kind und / oder die Mutter) und einen primären Kaiserschnitt ( der geplante Kaiserschnitt)

Ich hatte beide Kaiserschnittvarianten .

Ablauf eines Kaiserschnitts.

Dich erwartet eigentlich eine Operation mit OP Atmosphäre. Das fand ich immer ziemlich schade , dass die Romantik der Geburt schon ziemlich verloren geht. Daher war es mir super wichtig, dass mein zweites Kind per Kaisergeburt auf die Welt kommt.Kaisergeburt

Bei der Vorbereitung auf die OP wirst du über Risiken aufgeklärt und musst die Kenntnisnahme unterschreiben.Dies geschieht bei einem geplanten Kaiserschnitt bereits ein paar Tage vor dem Termin.

Im OP

 

Beim geplanten Kaiserschnitt darfst du 12 Stunden vor der OP nichts mehr essen. Das fand ich ziemlich schwierig ehrlich gesagt. 

Dir werden Zugänge gelegt, du bekommst Thrombosestrümpfe an und einen OP Kittel. Oft wird vorher auch noch ein CTG geschrieben.

Im OP wirst du verkabelt mit allen möglich Zeug, man überwacht deinen Puls den du auch am Gerät hören kannst. Ich bin kein Medizin Experte, aber ich hatte gefühlt überall Kabel.

Außerdem wird dir ein Katheter gelegt. Das fand ich übrigens auch nicht schmerzhaft. Der Katheter muss gelegt werden, damit deine Blase immer leer ist und somit bei der OP weniger im Weg ist . Es besteht sonst bei dem Kaiserschnitt erhöhte Gefahr, dass die Blase verletzt wird. Außerdem kannst du die ersten Stunden ( oder Tage) nach dem Kaiserschnitt nicht alleine auf die Toilette gehen. Hier ist der Blasenkatheter hilfreich.

Die Spinalanästhesie – Teilbetäubung

Dann kommt der Anästhesist und legt dir eine Spinalanästhesie. Das Legen tat mir nicht wirklich weh. Schau dir bloß nicht die Nadel an , die in dein Rückenmark geführt wird! Sie ist erschreckend lang. Beängstigend war außerdem, dass das Legen ewig dauerte bei mir und der Arzt mehrmals “falsch” setze und es mein ganzes linkes Bein dabei durchzuckte.. Aber angeblich ist laut Vorgespräch eine Querschnittslähmung in der Regel nicht möglich .Die Betäubung bei einem Kaiserschnitt kann unterschiedlich ausfallen. Einmal hab ich wirklich NICHTS gespürt. Man hätte mir das Bein abhacken können. Und beim zweiten Mal fühlte sich die Spinalanästhesie an wie eine Zahnarztbetäubung. Schmerzfrei aber ein dumpfes Gefühl . Abhacken hätte ich da gemerkt 🙂

Übrigens ließ die ” Zahnarztbetäubung” auch richtig schnell wieder nach, was ich viel besser fand. Ich glaube 1 Stunde nach der OP konnte ich die Zehen wieder bewegen. Zum Teil kann nämlich das Nachlassen der Spinalanästhesie bis zu 5 Stunden dauern.

Nach dem Legen der Teilbetäubung musst du dich zügig hinlegen.Es ist immer jemand vom Personal bei dir um dir dabei zu helfen.

Deine Arme werden links und rechts festgeschnallt. Es kann sein, dass du eine Sauerstoffmaske erhältst. Das ist unterschiedlich.

Und ab diesem Moment geht alles ziemlich fix. Plötzlich stehen die Ärzte bei dir am OP .  Der Vorhang geht hoch und los gehts. Innerhalb weniger Minuten ist dein Kind dann auch schon da.
 
Das ist der grobe Ablauf des Kaiserschnitts. Natürlich handhabt jedes Krankenhaus manche Schritte unterschiedlich. Ich bin wie gesagt auch nicht vom Fach. Aber meine Erfahrungen spiegeln sich hier im Ablauf wider.
 
 

Was passiert nach dem Kaiserschnitt?

Hier kann es je nach Krankenhaus auch sehr unterschiedlich ablaufen. Und das ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt worauf du achten solltest und im Geburtsplanungsgespräch anspreche solltest.

Nachdem das Kind aus dem Bauch geholt wurde und von der Nabelschnur getrennt wurde, wird es oft direkt vom Kinderarzt und / oder Hebamme untersucht.

An dieser Stelle war für mich diese Vorgehensweise absolut inakzeptabel. Warum bekommt eine Frau, die ihr Kind spontan zur Welt bringt, das Kind sofort auf die Brust und die Frau die einen Kaiserschnitt durchführen lassen muss oder will , nicht?

Man kann eine U1 auch direkt bei der Mutter machen und nicht im Nebenraum. Das wurde mir von einer Hebamme so bestätigt. Eine Wärmedecke hält das Baby im kalten OP warm. Dennoch ist es immer noch nicht überall in deutschen Kliniken angekommen.

Bonding sofort noch im OP beim Kaiserschnitt

Auf jeden Fall kommt das Kind entweder zu dir , wird direkt untersucht und kommt dann zu dir, oder ( am allerschlimmsten) wird kurz über den Vorhang gehalten und dann ab zur Untersuchung und zum Vater . Ja eine Klinik in meiner Nähe handhabt den letzten Punkt genau so. Ich bin da beim Geburtsplanungsgespräch kopfschüttelnd rausgewatschelt und hab vor lauter Aufregung noch meinen Schwangerschaftsstützgurt da liegen lassen. Geht gar nicht!

 

 

 
Das Zunähen dauert ca 20-30 Minuten . Keine Angst du hast keine Schmerzen. Danach wirst du umgebettet und verlässt den OP. Oft dürfen die Frauen dann in den Kreissaal. Manche liegen auch in einem Aufwachraum . Ich war bei beiden Kaiserschnitten anschließend im Kreissaal. Hier wurde ich ca. 2 Stunden beobachtet, ob mit der Betäubung alles normal verläuft und es mir gut geht.
 
Die Kaiserschnitt Narbe wird entweder zugeklammert oder mit sich selbstauflösenden Fäden zugenäht. Auch das wäre ein Punkt, den du im Geburtsplanungsgespräch erfragen kannst. Ich hatte Fäden. Das war ganz unkompliziert.
 
 Nach ungefähr 2 Wochen war ich wieder schmerzfrei. Zum Beispiel konnte ich dann ohne Hilfe und ohne Schmerzen wieder aus dem Bett aufstehen oder mich aufrichten. Auch das verläuft bei jedem unterschiedlich.

Meine 10 Tipps für deinen Kaiserschnitt

  • Kommunikation ist das Wichtigste. Für die Ärzte und das Krankenhauspersonal ist ein Kaiserschnitt so alltäglich wie für dich das Zähnputzen vor dem Schlafen gehen. Da ist keiner mehr aufgeregt oder angespannt . Die machen das mehrmals täglich, und zwar seit Jahren. Daher ist vieles selbstverständlich geworden. Ist ja normal. Aber für dich ist das nicht selbstverständlich. Ich verdiene auch nicht mein täglich Brot mit Bäuche aufschneiden. Demnach war ich natürlich angespannt und hab echt ALLES erfragt und hinterfragt. So hab ich mich sicher gefühlt und nichts wurde “einfach so gemacht”.  Ganz wichtig ist auch , dass du deine Vorstellungen und Wünsche klar aussprichst. Und das kann im Geburtsplanungsgespräch sein und zusätzlich noch auf dem OP Tisch. Du bist der Patient/Kunde und du hast das Sagen ( und du hast noch mehr zu Sagen als Privatpatient – lass dich Zusatzversichern!). Ganz krass dargestellt. Es denken immer noch viele Patienten, dass der Arzt ein Gott in weiß ist und entscheidet und das alles so auch richtig ist.
  • Spare nicht an Schmerzmitteln Für manche sind die Schmerzen nach dem Abklingen der Betäubung ” Voll OK” und rennen auch direkt durch die Flure. Also bei mir war das beide Male ÜBERHAUPT NICHT möglich. Beim ersten Kaiserschnitt wurde ich mit Ibu 400 abgespeist. Ich kanns bis heute nicht verstehen. Beim zweiten Kaiserschnitt habe ich im Planungsgespräch direkt gefragt wie hier die Schmerztherapie ist. Ich bekam gute und stillfreundliche Schmerzmittel.
  • So früh es geht mobilisieren Das schnelle Aufstehen nach dem Kaiserschnitt ist wichtig, um eine Thrombose zu vermeiden. Außerdem muss dein Kreislauf wieder in Schwung kommen und je schneller du wieder auf die Beine kommst , umso schneller kannst du dein Baby selber versorgen. Grund zusätzlich solltest du 30-60 Minuten vor dem Mobilisieren Schmerzmittel nehmen. Bei mir waren die Schmerzen so stark, dass ich mich fragte ob ich jemals wieder schmerzfrei 5 Meter laufen kann. Das klingt jetzt total dramatisch, aber nach 2 Tagen konnte ich wieder ohne Hilfe laufen. Ich habe aber selber auf eine zügige Mobilisierung gedrängt. Oft kommt aber das Klinikpersonal auf dich zu .
  • Trage bequeme Kleidung Die Jogginghose oder Schwangerschaftshose sind da am besten. Der Hosenbund sollte nicht auf die Narbe drücken. Das ist sehr schmerzhaft. Im Wochenbett habe ich eigentlich zu 70% die Jogginghose getragen.
  • Schweres Heben ist verboten In der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind habe ich mich daran nicht gehalten. Aber dann nach dem Kaiserschnitt umso penibler! Schweres Heben schmerzt unglaublich und drückt auf deine Narbe. Es besteht die Gefahr, dass die Narbe aufreisst oder kleinere innere verletzungen entstehen, die dann wiederum zu schmrzhaften verwachsungen führen.  Außerdem hat durch die Schwangerschaft auch der Beckenboden gelitten . Man sagt, dass man 12 Wochen nicht schwer heben darf. Anfangs umso wichtiger! Ich selber habe nach ca. 9 Wochen mein da 4 Kilo schweres Baby in der Trage ausgeführt. Beschwerden hatte ich keine, aber ob das vernünftig war kann ich dir nicht sagen. Um das schwere Heben nach dem Kaiserschnitt möglichst zu umgehen hat in erster Linie mein Mann viel im Haushalt gemacht. Nach seinem Urlaub hatten wir eine Haushaltshilfe die 2mal die Woche kam.
  • Stillen ist trotz Kaiserschnitt möglich. Hier gilt dasselbe wie mit dem Mobilisieren. Je früher du dein Baby anlegst umso besser. Beim ersten Kind hab ich nach ungefähr 3-4 Stunden den ersten Stillversuch gehabt. Ich wusste es ja auch nicht besser. Leider hatten wir anschließend auch ein paar Stillprobleme. Bei zweiten Kind hab ich das Kind sofort im Kreissaal angelegt. Ohne groß auf irgendwem zu warten der mir sagt ” Versuch doch mal ” Die Stillbeziehung ist ganz unkompliziert gestartet und ist es auch nach fast 3 Monaten immer noch. Ich denke es liegt aber daran, dass die zweite Geburt eine Kaisergeburt war. In einem Beitrag habe ich alles zum Thema “Stillen oder Flasche geben” noch mal für dich zusammengefasst.
  • Bonding noch im OP Der meiner Meinung nach wichtigste Punkt. Für deine Psyche , die Bindung zum Kind und einen guten Wochenbettverlauf ist frühes Bonding sehr wichtig. Nimm es nicht als gegeben hin, wenn man dir dein Kind erst nach der OP zeigen will. Man kann das Neugeborene ohne Probleme direkt zur Mutter geben. Bei der Kaisergeburt wird dies so gehandhabt, daher spreche ich aus Erfahrung. Es ist meiner Meinung nach echt schlimm, wenn Frauen von einem Kaiserschnitt ,nach zig stunden Wehen, überrascht werden und dann geht das Bonding einfach so verloren. Für viele Frauen ist ein Kaiserschnitt ja auch noch das Worst-Case Szenrio und hier ist es besonders wichtig, dass das Kind sofort zur Mutter gegeben wird.  Aber auch die Frauen, die einen Wunschkaiserschnitt haben, wollen und sollten mit ihrem Baby direkt kuscheln dürfen.
  • Buche ein Familienzimmer Ist für dich sicher selbstverständlich. Aber nicht für die Kliniken. Ich bin privat zusatzversichert für das Krankenhaus meiner Wahl und habe immer ohne Probleme ein Doppelzimmer bekommen. Bei der ersten Geburt war mein Mann den gesamten Krankenhausaufenthalt dabei. Bei der zweiten Geburt hatte ich ein Doppelzimmer für mich allein. Ich hatte es mit dem Arzt so vereinbart, dass kein fremder Patient das zweite Bett in meinem Zimmer erhält.Ist alles halt möglich und eine Frage der Kommunikation und Kulanz.
  • Du entscheidest wann du die Klinik verlässt Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben nach einem Kaiserschnitt? Das ist eine sehr oft gestellte Frage. Durchschnittlich bleibt man 4-5 Tage . Letztendlich entscheidest DU das aber. Wenn du dich fit fühlst darfst du natürlich eher gehen und unterschreibst das dann auch so. Natürlich auf eigene Gefahr. Genauso darfst du auch länger bleiben.
  • Pflege deine Kaiserschnitt Narbe Die ersten Tage und Wochen nach dem Kaiserschnitt bedarf es kaum an Narbenpflege.Am besten lässt du die Narbe einfach in Ruhe.  Nach dem Duschen solltest du drauf achten, dass die Narbe gut getrocknet wird . Baden ist erst mal tabu. Nach ca. 6 Wochen habe ich angefangen meine Narbe mit einem Öl zu massieren. Dazu habe ich mein Lieblingsschwangerschaftsöl gegen Dehnungsstreifen verwendet, da es eh noch über war. Aber Babyöl geht genauso gut. Das regelmäßige Ölen pflegt die Narbe und stimuliert die durchtrennten Nervenbahnen. Denn die Stelle und auch rundherum wird erst mal für einige Monate taub sein.Anfangs wird die Narbe dunkelblau sein. Nach und nach verfärbt sie sich bis sie ganz blass geworden ist. Kleines Beispiel: meine erste Narbe war kurz vor der Geburt des 2. Kindes nach 22 Monaten immer noch nicht blass. Den Prozess kann man mit regelmäßiger Narbenpflege beschleunigen. Was ich diesmal auch tue.
 
 
 

Hast du noch weitere Fragen zum Kaiserschnitt schreibe mir einfach eine Email an kontakt@tausche-pumps-gegen-schlappen.de oder kommentiere diesen Beitrag.

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