Mein einziger Style während meiner Elternzeit war mein Ehering und mein Verlobungsring. Wenns hoch kam konnte ich mal Concealer und Wimperntusche auftragen. Das erste Jahr mit Baby ist anstrengend. Das erste Jahr als Mama ebenso. Ich war nicht drauf vorbereitet, denn ehrlich gesagt habe ich mich nur bis zur Geburt vorbereitet. Weder aufs Stillen noch auf den Alltag an sich mit einem Säugling . Ich dachte mir damals: Ach wird schon und du hast ja deine Hebamme.

Hebamme & Stillberaterin

Ohne Hebamme wäre ich durchgedreht. Mit dem ersten Kind tauchen so viele Fragen auf und ich war auch sehr unsicher. Da akuter Hebammenmangel in Deutschland herrscht , empfehle ich quasi mit dem positiven Test bereits auf Hebammensuche zu gehen. Also natürlich nicht MIT dem Test, sondern nach dem Test 😉

Die Wochenbettbetreuung der Hebamme umfasst viele Themen, zb.

  • Stillberatung
  • Wochenbettpflege der Mutter ( Geburtsverletzungen)
  • Wiegen des Kindes
  • Schlaftipps fürs Baby
  • Alltag mit Baby hinbekommen
  • Tipps beider Erstausstattung
  • Wickel- und Anziehhilfe
  • Hilfe bei Wochenbettdepressionen
  • Ansprechpartner und Seelsorge bei Frühgeburten, Aborten und Fehlgeburten

Das alles wird bis zu 3 Monate von eurer gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Später ist die Hebamme auch Ansprechpartner bei der Beikosteinführung.

Nicht das alte Leben weiterleben (wollen)

Eine Woche nach der Geburt saß ich wieder bei unserem monatlichen Stammtischtreffen und 3 Monate nach der Geburt trat ich die erste Flugreise an.

Noch im Wochenbett hatte ich den Tag voller Termine. Treffen mit dem Versicherungsmakler, KITA Besichtigung, die täglichen Besuche der Hebamme und ein Kurztrip nach Ameland. In meinem Beitrag ” Mama Sein” berichtete ich von der netten Vorstellung, dass das Baby einfach in mein leben integriert wird.

Das war alles viel zu viel. Normal ist: Im Bett bleiben oder wenigstens auf der Couch. Der Haushalt wird vom Mann geschmissen oder liegengelassen.

Das Baby wird den Tag eh bestimmen und es ist zwecklos sein Baby in den alten Alltag zu pressen. Stundenlanges Stillen macht einen Tagesausflug eh schwierig . Es ist wirklich erst mal neu und anstrengend mit Baby. Und das ist normal.

Also am besten ( zumindest die ersten 1-2 Wochen mindestens) einfach treiben lassen. Und annehmen, dass das Leben jetzt halt ein ganz anderes sein wird.

Anfangs noch voller Fremdbestimmung. Du wirst zu kurz kommen. Nimm es einfach erst mal so an. Es wird nämlich alles mit der Zeit ( den Wochen und Monaten) Stück für Stück besser.

Hilfe holen

Es ist ganz ganz wichtig, dass die frisch gebackene Mama Hilfe hat. Also Hilfe, wenn die Hebamme wieder weg ist (die ist ja auch bereits eine Art Hilfe).

Bei mir war es so, dass mein Mann direkt 4 Wochen ab Geburt Urlaub hatte. Er war mir eine unglaubliche Hilfe. Ich glaube sonst wäre ich verhungert und verdurstet, da ich ja tatsächlich zu nix kam . Ja liebe Schwangeren MAN KOMMT ZU NIX.

Als Hilfe sehe ich zu allererst die programmierbare Waschmaschine, den Staubsaugerrobotter und die Küchenhilfe zb. ThermoMix.

Aber auch die Hilfe von der Familie und Freunden. Bei uns ist es so, dass die Familie aufgrund von Vollzeitjobs oder auch aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen leider keine vollwertige Hilfe bieten kann. Sicher selten mal so wenns dazwischen passt. Ich kam nach den 4 Wochen mit meinem Mann dann auch recht gut alleine klar. Später als das Wochenbett vorbei war und LittleOne größer war konnten wir sie auch mal bei Freunden abgeben. Man muss aber auch explizit mal um Hilfe bitten! Das ist ganz wichtig und ich lerne es immer noch, da es mir natürlich auch unangenehm ist und schwer fällt.

Es gibt aber auch eine Organisation, die Familien besonders im ersten Jahr mit Baby unterstützt. Diese nennt sich Wellcome und ich überlege bereits hier beim zweiten Kind Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Perfektion über Board werfen

Noch nie gehörte ich zu der Sorte Mensch, die immer pünktlich war. Nein, ich war gerne mal 5-20 Minuten zu spät …

Mit Baby kann man die Pünktlichkeit endgültig in die Tonne kloppen . Genauso auch die stetig aufgeräumte und saubere Wohnung oder das Tragen von immerzu sauberer Kleidung ( außer man zieht sich mehrmals am Tag um).

Ich weiß noch, dass extra meine Freundin kam damit ich mal die Küche aufgeräumt bekomme. Jetzt nach so viel Zeitabstand frage ich mich heute “Was war eigentlich das Problem?” Aber man vergisst ja auch so schnell..

In der Breizeit wurde bei jeder Mahlzeit mein Pulli beschmiert und in der Krabbelzeit die Schubladen ausgeräumt.

Dank ThermoMix schaffe ich es jetzt endlich mal was zu kochen. In meiner Elternzeit hatte ich noch nicht dieses Wundergerät und ich kann an 10 Fingern abzählen , wann ich mal selber was gekocht habe! Sehr zum Leid meines Mannes.

Federwiege & Tragehilfe

Vergiss deinen Kinderwagen und kauf dir eine Tragehilfe. Mein Kind zumindest hat den Kinderwagen gehasst. Die Trage war sehr lange sehr regelmäßig im Einsatz. Ob im Urlaub, beim Einkaufen, im Haushalt oder beim Spazieren gehen. Ich habe echt super viel getragen. Wahrscheinlich war das mit ein Grund warum ich so schnell so viele Kilos verloren hatte.

Anfangs hatten wir ein Tragetuch* und ab ca. 3 Monaten eine Tragehilfe* .

Tragetuch Mama mit Baby
Man suche das Baby! Gut versteckt im Tragetuch und fast wie früher nur mit Handtäschchen rausgehen.
Baby im Bondolino Hoppediz
Baby im Bondolino Hoppediz

Die Federwiege war ebenso ein Lifesaver, da ich dort mein Baby mal ablegen konnte ohne, dass es am meckern war. Die ersten Wochen war Ablegen ja sowas von verboten bei der Babydame.

Trotz aller Einwände der Hebamme hab ich mein Kind tagsüber darin auch schlafen gelegt, wenn ich es einfach nicht mehr tragen konnte. Die Hebamme meinte damals, dass sie das Kind sich daran gewöhnen wird so einzuschlafen. Das war aber gar nicht der Fall. Bis zum 5. Lebensmonat haben wir die Federwiege genutzt. Übrigens hatten wir unsere gemietet.

Federwiege
LittleOne in der Federwiege

Versuch macht Klug

Da ja bekanntlich alles eine Phase ist habe ich für mich herausgefunden, dass die so sehr verhasste Milchflasche dann Monate später doch endlich mal akzeptiert wurde.

Ebenso hatten wir etliche Versuche wie wir unser Kind schlafen legen. Mal muss es dunkel sein, aktuell gehts nur mit Nachtlicht.

Was vorher nicht funktionierte kann gerne später nochmal ausprobiert werden . Nicht selten führt das zum Erfolg.

Immer versuchen , niemals aufgeben. Und alles ist nur eine Phase- ganz sicher!

Und sobald das erste Jahr rum ist – und glaube mir, die Nächte können noch so kurz sein und die Tage noch so lang – gehts für die meisten Muttis wieder zurück in den Job

Steht dir die Geburt noch bevor kannst du hier meine Tipps zur Babyerstausstattung finden und meine NO GOs zur Erstausstattung.

Nachhaltigkeit mit Stoffwindel und Plastikfrei